Momentan bin ich auf der GTAC in Seattle, der von Google jährlich veranstalteten Konferenz rund um Quality Assurance und Software Testing.
Abgesehen von den ganzen lustigen Nebenschauplätzen wie Google-Office-Besichtigung (man könnte auch sagen: Entwickler-Spielplatz-Kinderzimmer-Rundgang ;-) – aber natürlich trotzdem auch sehr beeindruckend) haben hier Tester und QAler aus der ganzen Welt die Gelegenheit, sich auszutauschen, Know-How auszubauen und neue Impulse für ihre Arbeit zu sammeln.
Obwohl der Focus schon sehr auf Web Application Testing lag, war eines zwar tröstlich, aber trotzdem wenig hilfreich: Die Erkenntnis, dass gerade bei den beiden Themen “Agile” und “Acceptance Tests” wenig Neues zu holen war. Gerade was das Problem der Fragilität von Oberflächentests angeht, scheinen alle, mit denen ich sprach, mit den selben Widrigkeiten zu kämpfen – clevere Ideen Mangelware.
Die Jungs von Google vertraten in einem Talk sogar die Ansicht, Acceptance Test auf eine Stichprobenmenge zu reduzieren und statt dessen lieber schichtenübergreifende medium-sized Tests zu schreiben, die die Funktionalität sicherstellen – ein Ansatz, der bei mir spontan nicht auf Gegenliebe stieß, aber ich werde darüber nachdenken (und mein Fazit dann hier kundtun…).
Was das Thema Agilität in der Qualitätssicherung angeht, so war ich erstaunt, dass vieles von mir als selbstverständlich Empfundene wie Continuous Integration oder Collective Code Ownership noch lange nicht bei der Mehrheit der Unternehmen angekommen ist, sondern viele erst jetzt ihre ersten Gehversuche starten oder kürzlich umgestellt haben (ein Tenor, der aus vielen Tischgesprächen herauszuhören war). So können wir bei studiVZ vielleicht schon zufriedener sein, als ich es bisher in Bezug auf unsere Fortschritte war. Egal, es bleibt noch viel zu tun, und einige Anregungen habe ich auch aus den Vorträgen mitgenommen.